"Es grüne die Tanne, es wachse das Erz. Gott schenke uns allen eine fröhliches Herz"

666 Jahre Tanne

Woran denkt ihr, wenn ihr den Namen "Tanne" hört?

Denkt ihr vielleicht an den immergrünen unendlichen Nadelwald, der die Höhenzüge das Harzes ziert? Oder denkt ihr vielleicht gar an einen Weihnachtsbaum?

Kein anderer Ortsname klingt so urwüchsig und bodenständig. So geradezu "harzhaft". Tanne hat von alldem ein bisschen zu bieten. In erster Linie ist der Ort jedoch nichts weiter als unsere Heimat.


Woher wir kommen...

Unser Heimatort ist ein kleines Dorf mit einer über 666 jährigen Geschichte. Die Anfänge reichen bis in das frühe 13. Jahrhundert zurück. Urkundlich wurde der Ort zum ersten Mal in einer Urkunde vom 8. November 1355 erwähnt. In dieser Urkunde wurde der Verkauf der „Hütte zu Tanne“ von den Regensteiner Grafen an den Bischof von Halberstadt für 200 Brandenburgische Mark geregelt.

Von 1355 bis 1965 war in Tanne eine Eisenhütte und Eisengießerei ansässig. Die „Tanner Hütte“ zählte zu den ältesten Eisenhütten des Mittelgebirges. Die Hütte bestimmte für über 600 Jahre das Leben im Ort und war für die meisten Einwohner die wichtigste Lebensgrundlage. Viele Berufe waren zudem direkt oder indirekt von der Entwicklung des Hüttenwerks abhängig. Sei es als Nagelschmiede, welche das Eisen der Hütte zu Nägeln verarbeiteten, oder als Köhler die, die zum Schmelzen des Eisenerzes notwendige Holzkohle herstellten. Ging es der Hütte gut, blühte auch der Ort auf. Neben der Arbeit in der Hütte bot auch die Waldarbeit eine Erwerbsquelle. Der schier unerschöpfliche Holzvorrat der hiesigen Wälder sicherte das Überleben für mehrere Generationen.

Außerdem wurde in Tanne schon immer eine bedeutende Rinderzucht betrieben. Das „Harzer Rote Höhenvieh“, eine früher vom Aussterben bedrohte Rinderrasse, wird seit 1995 wieder in Tanne gezüchtet. Es liefert Fleisch von einer hervorragenden Qualität.



Vergangenheit

Über 600 Jahre war Tanne für seine Eisengießerei bekannt. Die Tanner Produkte besaßen ein deutschlandweites Renommee. Die "Hütte" war das Herz des Ortes und die Arbeiter waren stolz auf ihren Arbeitsplatz. 

Als weitere Einnahmequelle der Bevölkerung entwickelte sich zum Ende des 19. Jahrhunderts der Fremdenverkehr. Der Harzklub-Zweigverein betrieb ab 1891 die Erschließung des Gebiets um Tanne mit ausgebauten Wanderwegen, Schutzhütten und Aussichtspunkten.

Schon 1894 erhielt der Ort den Titel „Sommerfrische für Erholungsbedürftige“ zuerkannt. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg erlebte der Tourismus eine erste Blütezeit. Die positive Entwicklung gipfelte in der Verleihung des Prädikats „Luftkurort“ im Jahre 1913. In den 1920er und 1930er Jahren war Tanne ein sehr beliebter Urlaubsort von Gästen aus Nord- und Mitteldeutschland. In dieser Zeit entstanden viele der heute noch erhaltenen Hotels und Pensionen.

Gegenwart

Tanne ist seit dem Jahr 2010 ein Ortsteil der Stadt Oberharz am Brocken. Auf Grund der schwierigen finanziellen Lage der neuen Kommune seit dem Zusammenschluss, wird das gesellschaftliche Leben fast ausschließlich ehrenamtlich durch die aktiven Vereine organisiert.

Egal ob Wandern, Volleyball, Wintersport oder Kultur, für jeden ist etwas dabei. Kulturelle Vielfalt ist eine der Stärken unseres Ortes mit seinen 480 Einwohnern. Ein Jeder, ob nun Einwohner oder unser Gast, kann sich aktiv beteiligen.

Seit dem Jahr 2000 ist Tanne ein „staatlich anerkannter Erholungsort“. Die zentrale Lage macht Tanne heute zum idealen Ausgangspunkt, um den Harz richtig zu erkunden. Viele bekannte Ziele lassen sich mit dem Auto oder dem Bus in wenigen Minuten erreichen. 

Der Ort beherbergt jährlich etwa 14.000 Gäste und zählt etwa 55.000 Übernachtungen

Zukunft?

Tanne und der Harz stehen zurzeit vor gewaltigen Herausforderungen. Corona hält uns alle in Atem und der Harz hat sich durch Trockenheit und Borkenkäferbefall stark verändert.

Das uns allen vertraute Landschaftsbild mit den weiten, immergrünen Nadelwäldern wird es in naher Zukunft nicht so schnell wieder geben. Der Wald befindet sich im Wandel hin zu mehr Artenvielfalt und Klimastabilität. Dies ist eine Generationenaufgabe. 

Das Ziel ist es, Tanne auch für die kommenden Generationen als einen lebens- und liebenswerten Wohnort zu erhalten, weiter zu entwickeln und ihn als Heimat zu bewahren. Dazu bedarf es der Unterstützung jedes Einzelnen von uns. Nur gemeinsam können wir dieses große Ziel erreichen.

Möglichkeiten für eine aktive Hilfe und Ideen gibt es viele.

Lasst uns sie gemeinsam umsetzen!

Im Jahr 2021 sollte es ursprünglich ein Festjahr zu 666 Jahren Tanne geben. Coronabedingt werden die Feierlichkeiten nun auf 2022 verschoben.

  • 22.05.2022: Tanner Kuhball mit Viehaustrieb und großen Festumzug mit Schaubilder aus 666 Jahren Ortsgeschichte. Im Dorfgemeinschaftshaus ist eine Fotoausstellung geplant.

  • Im Juni 2022: Johannisfest im Tanner Kurpark. Wiederbelebung einer alten Tradition, welche es in Tanne bis zur Einführung des Schützenfestes 1820 gab. 

  • 28.08.2022: Sternwanderung des Harzklub e.V. nach Tanne. Buntes Festprogramm und zahlreiche geführte Wanderungen rund um den Ort. Neben dem Jubiläum 666 Jahre wird auch an das 130. Gründungsjubiläum des Harzklub-Zweigvereins Tanne im Jahr 1891 erinnert.

Was wir bieten...

Unser Heimatmuseum "Heimatstube"

Arbeitsplatz Handformer

Außenansicht

Kücheneinrichtung um 1900

Die Tanner Heimatstube befindet sich in der Bodetalstraße, wo das 1720 erbaute Backhaus bis 1917 als solches genutzt wurde. Nach 1919 erfolgte der Umbau des Hauses zu einer Schuhmacherwerkstatt mit Ladengeschäft. Bis 1980 wirkte dort der Schuhmachermeister Friedrich Matthies. 1983 schenkten er und seine Erben das Haus der Gemeinde zum Ausbau der Heimatstube.

Die Ausstellungsstücke in dem kleinen Heimatmuseum sind von der Bevölkerung zur Verfügung gestellt worden. Sie zeigen z. B. Küchenmöbel, Geschirr, Gegenstände des täglichen Bedarfs, aus vergangenen Zeiten. Weiterhin sind verschiedene landwirtschaftliche Geräte, wie z.B. Waagen, Zentrifugen, Butterfässer, Käseformen und vieles mehr zu sehen. Auch ein Teil der ersten Holzwasserleitung vom „Jägerborn“ zur „Tanner Hütte“ kann besichtigt werden.

Geschichtliche Dokumente und Fotos zeigen die Entwicklung des Harzdorfes Tanne vom Hüttenort zum Erholungs- und Kurort. So ist auch eine Urkunde über die erste Erwähnung des Ortes Tanne vorhanden.

Anhand eines Modells und alten Fotos wird der ehemalige, heute längst abgerissene, Bahnhof der Ortschaft wieder zum Leben erweckt.

Der ehemaligen Tanner Hütte ist das kleine Ofenmuseum mit verschiedenen, gusseisernen Öfen gewidmet. Es veranschaulicht die Entwicklung der zahlreichen Modelle, die einst in der Tanner Hütte und später im VEB Gießerei und Ofenbau Königshütte hergestellt wurden.

Als eine besondere Attraktion sind zwei große original Wasserräder der ehemaligen Tanner Hütte neben dem Gebäude der Heimatstube aufgebaut.

Öffnung und Führungen auf Anfrage möglich.

Adresse:

Bodetalstraße 33                                                                                38875 Tanne

Kontakt:

Herr Christian Resow
Telefon: 039457 – 40834


Unser Kurpark

Wassergarten / Moorbeet

Alpinum (Alpenpflanzengarten)

Rhododendron-Garten

Am Nordhang des Bodetals befindet sich der 1961 eröffnete Tanner Kurpark mit Festplatz und Grillhütte. Der Park umfasst eine Fläche von ca. 2 ha und ist Lebensraum von über 500 verschiedenen Pflanzenarten. Viele Sitzbänke und weite Rasenflächen laden zum Verweilen ein. Nach Jahren der Verwilderung wird die Parkanlage seit dem Jahr 2014 ausschließlich ehrenamtlich gepflegt und erhalten. Ein Besuch lohnt sich!


Arbeitseinsätze:

Finden in der Regel an jedem Samstag ab 9:30 Uhr statt. Helfer sind immer willkommen. Infos unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Unser Hausberg - der Kapitelsberg

Kapitelsberg-Hütte und Rastplatz

Blick auf Tanne

Gipfelkreuz und Orientierungstafel

Der Aussichtspunkt auf dem 528 m.ü.M. hohen „Kapitelsberg“, dem Tanner Hausberg, ist einen Besuch wert. Dort oben finden Sie ein Gipfelkreuz und eine gusseiserne Richtungsuhr. Die Uhr gibt Auskunft über die Himmelsrichtungen und  die Lage der höchsten Berge des Harzes. Unweit des Kreuzes befindet sich ein Rastplatz mit einer Schutzhütte in Form eines Blockbohlenhauses. Hier ist auch die Stempelstelle 44 der Harzer Wandernadel zu finden.

Der Aussichtspunkt ist über ausgeschilderte Wanderwege zu erreichen.


Mit Bus und Bahn...

Tanne ist mit zwei Buslinien in das Netz der Harzer Verkehrsbetriebe eingebunden. Gute Busverbindungen bestehen nach Wernigerode, Benneckenstein und Braunlage.

  • Nach Benneckenstein (Linie 265):

    7:00 - 8:58 - 9:48 - 10:48 - 11:48 - 12:33 - 13:33 - 14:33 - 15:48 - 16:48 - 17:48 - 18:48 - 20:18

    Ab Haltestelle Schierker Weg, über Sorge
  • Nach Wernigerode (Linie 265):

    5:02 - 6:03 - 6:37 - 7:37 - 8:37 - 9:37 - 10:37 - 11:37 - 12:37 - 13: 37 - 14:37 - 15:37 - 16:37

    Ab Haltestelle Schierker Weg, über Königshütte u. Elbingerode
  • Nach Braunlage (Linie 262):

    6:47 - 9:02 - 13:47 - 14:47

    Ab Haltestelle Brücke, über Sorge


Die Harzer Schmalspurbahnen besitzen einen Bahnhof im nur 2 km von Tanne entfernten Ort Sorge.

  • (Fahrplan ab 01.07.2021)
  • Nach Drei-Annen-Hohne:

    9:55 Uhr

    11:58 Uhr (Dampfzug)

    14:49 Uhr (Dampfzug)

    19:16 Uhr

    Ab Sorge, über Elend (mit Anschluss zum Brocken und nach Wernigerode)
  • Nach Nordhausen:

    9:34 Uhr

    13:19 Uhr (Dampfzug)

    16:19 Uhr (Dampfzug)

    17:49 Uhr

    Ab Sorge, über Benneckenstein, Eisfelder Talmühle, Netzkater, Ilfeld, Niedersachswerfen

Nächstgelegene Bahnhöfe mit Fernanschluss sind Bad Harzburg (30 km), Wernigerode (25 km) und Nordhausen (35 km).

Zur Orientierung...

© Tanner Sprachrohr

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