"Es grüne die Tanne, es wachse das Erz. Gott schenke uns allen eine fröhliches Herz"
Tanne - Unser Heimatort
Woran denkt ihr, wenn ihr den Namen „Tanne“ hört?
Vielleicht an endlose, immergrüne Nadelwälder, die sich über die Höhenzüge des Harzes erstrecken? Oder doch eher an den festlich geschmückten Weihnachtsbaum?
Kaum ein Ortsname klingt so ursprünglich, so bodenständig – so richtig „harzhaft“. Tanne vereint all das ein Stück weit in sich. Vor allem aber ist dieser Ort eines: unsere Heimat.
Woher wir kommen...
Unsere Geschichte
Tanne kann auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken. Unser Dorf, idyllisch im Harz gelegen, wurde erstmals am 8. November 1355 urkundlich erwähnt. In diesem historischen Dokument wurde der Verkauf der „Hütte zu Tanne“ von den Grafen von Regenstein an den Bischof von Halberstadt für 200 Brandenburgische Mark festgehalten – ein Ereignis, das den Grundstein für die Entwicklung des Ortes legte.
Über sechs Jahrhunderte hinweg – von 1355 bis 1965 – prägte eine Eisenhütte das Leben der Menschen vor Ort. Die „Tanner Hütte“ zählte zu den ältesten Eisenhütten des Mittelgebirges und war über Generationen hinweg die zentrale Lebens- und Arbeitsgrundlage für die Dorfbewohner. Berufe wie Nagelschmiede oder Köhler waren eng mit dem Hüttenbetrieb verbunden. Auch die umliegenden Wälder spielten eine wichtige Rolle – ihr Holz wurde zur Herstellung von Holzkohle genutzt, die für den Betrieb der Hütte unerlässlich war.
Doch nicht nur das Hüttenwesen bestimmte das Leben in Tanne. Die reichhaltigen Wälder boten auch zahlreiche Arbeitsmöglichkeiten in der Forstwirtschaft und waren über Generationen hinweg eine wichtige Lebensgrundlage für die Einwohner.
Tradition hat auch die Rinderzucht in Tanne: Das „Harzer Rote Höhenvieh“, eine robuste und noch immer vom Aussterben bedrohte Rinderrasse, wird seit 1995 wieder erfolgreich im Ort gezüchtet. Das Fleisch dieser Tiere ist heute für seine hohe Qualität bekannt.
Tanne steht heute für gelebte Geschichte, starke handwerkliche Wurzeln und den respektvollen Umgang mit Natur und Tradition. Diese Werte prägen unsere Gemeinde bis heute – und machen sie zu einem besonderen Ort im Herzen des Harzes.
Herkunft des Ortsnamens „Tanne“
Für den Ortsnamen Tanne wurden im Laufe der Zeit verschiedene Erklärungen diskutiert. Eine verbreitete Annahme ist, dass der Name vom mittelhochdeutschen Wort „Tann“ stammt, das „Fichtenwald“ bedeutet. Obwohl der Harz im 13. und 14. Jahrhundert überwiegend von Laubmischwäldern geprägt war, wird vermutet, dass sich im Gebiet des heutigen Ortes bereits damals ein besonders ausgeprägter Fichtenbestand befand – eine landschaftliche Besonderheit, die dem Ort seinen Namen gegeben haben könnte.
Eine alternative Deutung geht davon aus, dass sich der Name auf eine einzelne, markante Fichte bezieht. Im Harz wurde eine solche Fichte volkskundlich auch Rottanne genannt. Möglicherweise entstand die erste Hütte des Ortes im 14. Jahrhundert in unmittelbarer Nähe eines solchen auffälligen Baumes, der schließlich namensgebend wurde.
Vergangenheit
Über 600 Jahre lang war Tanne für seine Eisengießerei bekannt – die Produkte aus dem Ort genossen deutschlandweit einen hervorragenden Ruf. Die sogenannte „Hütte“ bildete das Herzstück der Gemeinde, und die Arbeiter waren stolz auf ihre Tätigkeit dort.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gewann der Fremdenverkehr zunehmend an Bedeutung als zusätzliche Einkommensquelle für die Bevölkerung. Ab 1891 engagierte sich der Harzklub-Zweigverein für die touristische Erschließung der Umgebung – unter anderem durch den Ausbau von Wanderwegen, die Errichtung von Schutzhütten und die Anlage von Aussichtspunkten.
Bereits 1894 wurde Tanne offiziell als „Sommerfrische für Erholungsbedürftige“ anerkannt. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg erlebte der Tourismus eine erste Hochphase, die 1913 in der Verleihung des Titels „Luftkurort“ ihren Höhepunkt fand. In den 1920er und 1930er Jahren entwickelte sich Tanne zu einem beliebten Urlaubsziel, vor allem für Gäste aus Nord- und Mitteldeutschland. Viele der Hotels und Pensionen, die in dieser Zeit entstanden, sind bis heute erhalten.
Gegenwart
Seit 2010 gehört Tanne als Ortsteil zur Stadt Oberharz am Brocken. Aufgrund der angespannten finanziellen Lage der neuen Kommune nach dem Zusammenschluss wird das gesellschaftliche Leben weitgehend durch das ehrenamtliche Engagement unserer aktiven Vereine getragen.
Ob Wandern, Volleyball, Wintersport oder kulturelle Veranstaltungen – in Tanne ist für jeden etwas dabei. Die kulturelle Vielfalt ist eine der besonderen Stärken unseres Ortes mit rund 450 Einwohnern. Jeder – ob Einheimischer oder Gast – ist herzlich eingeladen, sich aktiv einzubringen.
Bereits seit dem Jahr 2000 trägt Tanne den Titel „staatlich anerkannter Erholungsort“. Dank der zentralen Lage ist unser Ort ein idealer Ausgangspunkt für Erkundungstouren durch den Harz. Zahlreiche beliebte Ausflugsziele sind mit dem Auto oder Bus in kurzer Zeit erreichbar.
Jährlich begrüßt Tanne etwa 20.000 Gäste und zählt rund 55.000 Übernachtungen – ein Zeichen dafür, wie sehr Besucher die Ruhe, Natur und Gastfreundschaft unseres Ortes schätzen.
Zukunft?
Tanne und der Harz stehen vor großen Herausforderungen. Die Corona-Zeit hat Spuren im Vereinsleben hinterlassen, und Trockenheit sowie der Borkenkäfer haben unsere Wälder stark verändert. Das vertraute Bild der dichten, immergrünen Harzer Fichtenwälder verschwindet – und mit ihm ein Stück unserer Heimat, wie wir sie kannten. Doch dieser Wandel birgt auch eine Chance: Der Wald erneuert sich. Er entwickelt sich hin zu mehr Vielfalt, Widerstandskraft und Leben. Dieser Prozess braucht Zeit – und Menschen, die ihn begleiten.
Unser Ziel ist klar: Tanne soll auch in Zukunft ein lebens- und liebenswerter Ort bleiben – eine Heimat für kommende Generationen.
Dafür braucht es Herz, Mut und die Unterstützung jedes Einzelnen. Denn nur gemeinsam können wir diese große Aufgabe meistern.
Es gibt so viele Möglichkeiten, sich einzubringen, mit anzupacken und Ideen Wirklichkeit werden zu lassen.
Lasst uns gemeinsam Zukunft gestalten – für Tanne, für den Harz, für uns alle.
Was wir bieten...
Unser Bürgerhaus mit Heimatmuseum "Heimatstube"
Arbeitsplatz Handformer
Außenansicht
Kücheneinrichtung um 1900
Bürgerhaus Tanne
Unser Bürgerhaus befindet sich in der Bodetalstraße 33 und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Ursprünglich stand an dieser Stelle das Backhaus einer lokalen Bäckerei, das bereits 1720 erbaut und bis 1917 als solches genutzt wurde.
Nach 1919 wurde das Gebäude zu einer Schuhmacherwerkstatt mit Ladengeschäft umgebaut. Bis 1980 arbeitete hier der Schuhmachermeister Friedrich Matthies.
Seit dem Jahr 2020 trägt das Haus den Namen „Bürgerhaus Tanne“ und steht allen Vereinen und Bürgerinnen und Bürgern für Veranstaltungen und Zusammenkünfte zur Verfügung.
Im Erdgeschoss befinden sich:
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ein Raum mit ca. 25 Sitzplätzen,
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eine Küche
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sowie Toiletten.
Tanner Heimatstube - Geschichte zum Anfassen
In den ehemaligen Ladenräumen entstand ein kleines, liebevoll gestaltetes Heimatmuseum, das am 1. Mai 1984 offiziell eröffnet wurde. Trotz des Namens „Heimatstube“, der eher einen einzelnen Raum vermuten lässt, erstreckt sich das Museum über zwei Etagen mit rund 120 m² Ausstellungsfläche.
Die Ausstellung lebt von zahlreichen Leihgaben und Spenden aus der Bevölkerung. Gezeigt werden historische Küchenmöbel, Geschirr und vielfältige Alltagsgegenstände, die Einblicke in das frühere Leben im Harz bieten. Ergänzt wird die Sammlung durch landwirtschaftliche Geräte wie Waagen, Zentrifugen, Butterfässer und Käseformen. Ein besonderes Exponat ist ein Originalstück der ersten Holzwasserleitung vom „Jägerborn“ zur früheren Bierbrauerei.
Historische Dokumente und Fotografien veranschaulichen die Entwicklung des Harzdorfes Tanne – vom einstigen Hüttenort bis zum heutigen Erholungs- und Kurort. Zu den bedeutenden Exponaten gehört eine Urkunde über die erste Erwähnung des Ortes. Ein detailreiches Modell und alte Aufnahmen lassen zudem den inzwischen abgerissenen Bahnhof von Tanne wieder lebendig werden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die frühere Tanner Hütte, der ein eigener Bereich gewidmet ist. Ausgestellt werden verschiedene gusseiserne Öfen, die die Entwicklung der Modelle zeigen, die einst in der Hütte und später im VEB Gießerei und Ofenbau Königshütte gefertigt wurden.
Als besondere Attraktion befinden sich zwei große, original erhaltene Wasserräder direkt neben dem Gebäude der Heimatstube. Sie gehören zu den eindrucksvollsten Zeugnissen der industriellen Vergangenheit des Ortes und vermitteln einen authentischen Eindruck der historischen Arbeitswelt.
Öffnungszeiten und Führungen sind auf Anfrage möglich.
Adresse:
Bodetalstraße 33 38875 Tanne
Kontakt:
Herr Christian Resow
Telefon: 039457 – 40834
Unser Kurpark
Wassergarten / Moorbeet
Alpinum (Alpenpflanzengarten)
Rhododendron-Garten
Am Nordhang des idyllischen Bodetals liegt der Tanner Kurpark, der 1961 eröffnet wurde und seitdem ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Gäste ist. Auf einer Fläche von rund 2 Hektar bietet der Park Lebensraum für über 500 verschiedene Pflanzenarten – ein wahres Paradies für Naturfreunde. Weite Rasenflächen, zahlreiche Sitzbänke und eine gepflegte Anlage mit Festplatz und Grillhütte laden zum Entspannen und Verweilen ein.
Nach einer Zeit der Verwilderung wird der Kurpark seit 2014 wieder liebevoll und ausschließlich ehrenamtlich gepflegt. Dank des Engagements vieler Freiwilliger erstrahlt die Anlage heute in neuem Glanz – ein Besuch lohnt sich also in jedem Fall!
Arbeitseinsätze:
Von März bis November finden an fast jedem Wochenende gemeinsame Pflegeeinsätze statt. Helferinnen und Helfer sind jederzeit herzlich willkommen!
Infos dazu unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Unser Hausberg - der Kapitelsberg
Kapitelsberg-Hütte und Rastplatz
Blick auf Tanne
Gipfelkreuz und Orientierungstafel
Hoch über Tanne thront der 528 Meter hohe Kapitelsberg, auch bekannt als der Tanner Hausberg – ein echtes Ziel für Naturliebhaber und Wanderfreunde!
Oben angekommen, werden Sie mit einem atemberaubenden Panoramablick über den Harz belohnt. Ein Gipfelkreuz und eine gusseiserne Richtungsuhr markieren den höchsten Punkt. Die Uhr zeigt Ihnen nicht nur die Himmelsrichtungen, sondern auch die Lage der markantesten Harzberge – perfekt, um den Blick in die Ferne schweifen zu lassen.
Ganz in der Nähe lädt ein gemütlicher Rastplatz mit uriger Schutzhütte im Blockbohlenstil zum Verweilen ein. Hier können Sie eine wohlverdiente Pause einlegen und die Ruhe der Natur genießen. Zudem befindet sich direkt vor Ort die Stempelstelle Nr. 44 der Harzer Wandernadel – ein Muss für alle, die ihre Sammlung vervollständigen möchten!
Der Aussichtspunkt ist über gut ausgeschilderte Wanderwege bequem erreichbar und bietet sich sowohl für kurze Ausflüge als auch für ausgedehnte Wandertouren an.
Unser Festplatz - Mittelpunkt des kulturellen Lebens
Grillhütte
Übersicht
Dorfgemeinschaftshaus
Zu einem lebendigen Dorf gehört ein zentraler Ort für Begegnungen – in Tanne ist dies der Festplatz oberhalb des Kurparks. Die idyllische Lage macht ihn zum beliebten Treffpunkt für Einheimische und Gäste. Auf dem Gelände befinden sich sowohl das Dorfgemeinschaftshaus als auch eine gemütliche Grillhütte, die sich ideal für Feiern, Vereinsveranstaltungen oder private Anlässe eignen.
Sowohl das Dorfgemeinschaftshaus als auch die Grillhütte können gegen eine Gebühr gemietet werden. Über das Jahr hinweg finden hier zahlreiche Veranstaltungen und traditionelle Feste statt, die das Dorfleben bereichern und Jung wie Alt zusammenbringen.
Vermietung & Kontakt
Harzklub-Zweigverein Tanne e. V.
Ansprechpartner: Herr Hans-Joachim Wolf
Otto-Grotewohl-Straße 12
38875 Tanne
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Zur Orientierung...
Heimatstube
Kurpark
Kapitelsberg
Haltestelle Schierker Weg
Haltestelle Brücke
Bahnhaltepunkt Sorge (HSB)
Nach Wernigerode / Nordhausen / Brocken
Festplatz
Mit Dorfgemeinschaftshaus und Grillhütte